Jungpolitiker vertritt Bürgermeister
Stephan Oetzinger mit 23 Jahren Stellvertreter von
Josef Wittmann - Studium kurz vor Abschluss
Mantel. (sei) Zwei Wochen im Amt als zweiter
Bürgermeister ist der 23-jährige Student Stephan
Oetzinger. Bürgermeister Josef Wittmann hat ihn zwar schon Mal
in einer Woche in das Alltagsgeschäft und in sein
Tätigkeitsfeld eingeführt, aber bisher gab es noch
nicht all zu viel zu tun. Die nächsten beiden
Vertretungszeiten stehen schon im Kalender, wenn Wittmann in Urlaub
geht.
Die Wahl sei auf ihn gefallen, weil die CSU einen
Generationswechsel vollziehen wollte, sagte der Jungpolitiker.
Außerdem habe er bei der Kommunalwahl ein hervorragendes
Ergebnis erreicht.
Oetzinger wuchs als Einzelkind auf. Opa Alfons, der vor
nicht allzu langer Zeit gestorben ist, betrieb bis 1985 eine Drogerie
in der Weidener Straße. Sein freundliches "Ich bin so frei",
wenn er das Geld beim Bezahlen in Empfang nahm, ist vielen Mantelern
noch in guter Erinnerung. "Der Großvater war ein Drogist der
guten alten Schule."
Vater Peter ist Leiter des Technik-Centers der Quelle in
Weiden und Mama Irmgard Bürokauffrau. Das Abitur machte
Stephan 2004 am Kepler-Gymnasium, anschließend nahm er in
Regensburg das Studium der Fächer Geschichte und
Politikwissenschaft auf. Durch die Leistungskurse Deutsch und
Geschichte im Gymnasium erwachte auch sein Interesse für die
Politik.
Verantwortung in Union
2005 kam er zur CSU Mantel, wurde 2006 deren
Geschäftsführer und übernahm dieses Amt auch
für den Kreisverband der Jungen Union. 2007 erhielt er ein
Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung und wurde stellvertretender Chef
der CSU Mantel.
Als enorme Bereicherung des Studiums empfand Oetzinger
zwei Semester Religionswissenschaft und theologische Anthropologie.
Dabei werden die Funktionen des Glaubens von den großen
monotheistischen bis zu Stammesreligionen untersucht.
"Vor allem der Islam ist für die Politik sehr interessant",
findet der Student, der auch ein Semester Krisenprävention und
-intervention belegte. In der theologischen Anthropologie
beschäftigte er sich mit der Wertediskussion des Abendlandes.
Ein Hauptfach war auch die
bayerische Landesgeschichte mit Landes- und Kommunalpolitik.
Als Mentor im weitesten Sinne bezeichnet Oetzinger MdL Georg Stahl. "Er
macht eine sehr menschliche Politik, ist ein Politiker zum Anfassen",
erinnert er sich an die Eindrücke bei einem Praktikum.
Imponiert hat ihn ein Ausspruch von Landrat Simon Wittmann: "Ein
Kommunalpolitiker ist im Idealfall der Kümmerer um alles."
Nach diesem Motto wolle er es auch halten und Ansprechpartner
für alle Bürger sein.
Studium von zu Hause
Das Studium dauert noch ein gutes Jahr. Derzeit schreibt
Oetzinger seine Magisterarbeit. Die nötigen Scheine hat der
Jungpolitiker erworben. Er genießt den Luxus, keine
Anwesenheitspflicht in Regensburg mehr zu haben, erledigt viel zu Hause
und arbeitet hier auch mit Literatur.
"Deshalb ist die Vertretung des Bürgermeisters kein Problem."
Bisher seien diese Zeiten so geregelt, dass der Stellvertreter die
Amtsgeschäfte führt und der dritte
Bürgermeister Vereinstermine übernimmt. Wie es in
dieser Periode laufe, müsse noch abgesprochen werden.
"Wenn es möglich ist, möchte ich in
Heimatnähe arbeiten", schaut der 23-Jährige in die
berufliche Zukunft. Nach dem Studium möchte er eventuell eine
Doktorarbeit schreiben, könnte sich aber auch eine
Referendartätigkeit bei einem Abgeordneten vorstellen. "Genaue
Pläne habe ich aber noch nicht."
Per Funk ins Internet
In der laufenden Wahlperiode will der Jungpolitiker vor
allem die Ziele des Wahlprogramms der CSU, unter Einbeziehung aller
Fraktionen im Marktgemeinderat umsetzen. Sehr wichtig ist ihm die
Breitbandversorgung des ländlichen Raumes. "Es gibt ein
Förderprogramm der Staatsregierung, das Problem
könnte mit Funkmasten gelöst werden."
Bei der Umgehungsstraße sei
"natürlich die FFH-Geschichte ein Problem". Aber auch hier
gelte, "nicht nachzulassen". Es stehe auch der Ausbau der
Gemeindeverbindungsstraße von der NEW 21 nach Steinfels mit
Radweg an oder die Sanierung des Hauptweges auf dem Friedhof. "Wichtig
ist auch die Vereinsförderung, da die Vereine
Kulturträger in Mantel sind."
Schon jetzt spricht Oetzinger von einer hervorragenden Zusammenarbeit
mit Bürgermeister Josef Wittmann. "Wittmann war schon mein
Trainer bei der E-Jugend des VfB." Nun lasse die Politik dem Studenten
nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys, "weil sie eigentlich
mein Hauptinteresse ist". Daneben geht er als Zuschauer zu den
Fußballspielen und liest viel.
Quelle: Der neue Tag
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